Jüdischer Hochzeitsring

Beschreibung

Der sperrige Ring, der nach mittelalterlicher jüdischer Tradition nur aus reinem Gold ohne Edelsteinbesatz besteht, wurde während der Hochzeitszeremonie getragen. Der breite Reif ist an der Unterseite mit der Darstellung ineinander gelegter Hände geschmückt, einem alten Sinnbild für eheliche Treue. An den Seiten des Reifes tragen zwei geflügelte Drachen die fein gearbeitete gotische Tempelarchitektur. Auf den glatten Dachflächen steht in sechs gravierten hebräischen Buchstaben die Inschrift „masel tow“, was wörtlich übersetzt „Guter Stern“ heißt und im übertragenen Sinn „Viel Glück“ bedeutet.

Der jüdische Hochzeitsring ist Teil des Erfurter Schatzes und gleichzeitig dessen bedeutendstes Objekt. Er besticht vor allem durch die herausragende handwerkliche Qualität, in der die gotische Miniaturarchitektur aus reinem Gold gearbeitet ist.
Weltweit existieren – soweit bis heute bekannt – lediglich zwei weitere mittelalterliche Hochzeitsringe dieser Art.
Jüdischer Hochzeitsring
Jüdischer Hochzeitsring
Abb.: Hauke, Arnold
CC BY-NC 4.0
Rechteinhaber: Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie