Martin Luther im Tode

Beschreibung

Halbfigur mit friedlichen Gesichtszügen und weißem faltenreichen Totenhemd auf angedeutetem Kissen ruhend, Kopf halbrechts geneigt, Hände übereinander geschlagen; folgt dem furtenagelschem Vorbild

Martin Luther starb am 18. Februar 1546 in seiner Geburtsstadt Eisleben, in die er gereist war, um eine Auseinandersetzung zwischen den Grafen von Mansfeld zu schlichten. Um zu belegen, dass der Reformator sanft und friedlich entschlafen war, verfassten Luthers Begleiter nicht nur einen ausführlichen Bericht über die Umstände seines Todes, sondern ließen auch das Aussehen des Toten festhalten. Da Lucas Cranach d. J. (1515-1586), der alle offiziellen Lutherporträts schuf, mehrere Tage gebraucht hätte, um von Wittenberg nach Eisleben zu gelangen, bat man den in Halle (Saale) ansässigen Künstler Lucas Furtenagel (1505-vor 1563), den Reformator auf dem Totenbett zeichnen. Cranach und seine Wittenberger Werkstatt verwendeten dessen Skizze, um ein offizielles Totenbild zu malen, das in verschiedenen Fassungen weite Verbreitung fand.
Martin Luther im Tode
Martin Luther im Tode
Abb.: Nestler, André
CC BY-NC 4.0