Rekonstruktion eines Dodos (Raphus cucullatus L., 1758)

Beschreibung

Der „Erfurter Dodo“ ist etwa einen Meter groß, weist ein graubraunes Gefieder aus Federn von Ohrfasanen auf. Der wuchtige Kopf mit dem großen Schnabel und die Beine konnten nach Originalen erstellt werden, die es im Universitätsmuseum Oxford (GB) noch gibt. Danach rekonstruierte man auch seine Größe. Die äußere Gestalt dieses ausgestorbenen Vogels wurde aus verschiedenen Abbildungen auf Gemälden und zeitgenössischen Schilderungen rekonstruiert.
Im Gegensatz zu anderen Dodo-Rekonstruktionen wurden beim „Erfurter Dodo“ neueste wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt und so z. B. eine völlig neue Befiederung eingeführt, die sowohl funktional als auch morphologisch dem ausgestorbenen Dodo am nächsten kommt. Um die Nachbildung zu erschaffen, gab es im Vorfeld regen Austausch mit den Naturkundemuseen in Berlin und Stuttgart, mit dem American Museum of Natural History New York (USA) sowie mit der Nationalbibliothek Wien (Österreich), dem Nationalarchiv in Den Haag (Belgien), dem Museum Boymans van Beuningen Rotterdam (Niederlande) und dem Institut für Orientalistik in St. Petersburg (Russland).

In keinem Museum der Welt gab es bisher das Präparat eines Dodos. Nur einige Skelettteile waren noch erhalten und Gemälde in verschiedenen Galerien der Welt. Aus diesen spärlichen Informationen versuchten schon verschiedene Präparatoren, den ausgestorbenen Dodo zu rekonstruieren. Im Zuge der Entstehung der Ausstellung „Arche Noah – die Bewahrung der Vielfalt“ im Naturkundemuseum in Erfurt, stellte sich auch der Präparator des Museums Marco Fischer dieser Herausforderung und konstruierte in einem über ein Jahr dauernden Prozess den „Erfurter Dodo“. Es ist wohl eine der gelungensten und auch wissenschaftlich exaktesten Rekonstruktionen dieser interessanten, ausgestorbenen Vogelart.
Rekonstruktion eines Dodos
Rekonstruktion eines Dodos
Abb.: Behr, Falko
CC BY-NC 4.0
Rechteinhaber: Naturkundemuseum Erfurt