Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


Treten sie ein!


Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

Kostbarkeiten und Kuriositäten
Thüringer Landesmuseum Heidecksburg
Schwarzburg
1595
Radschlossbüchse
Mit dem gebläuten Achtecklauf und der reichen, aus insgesamt etwa 4.300 Einzelteilen bestehenden Einlage aus Elfenbein am Schaft gehört die Radschlossbüchse zu den schönsten Stücken der Zeughaussammlung. Neben einem gravierten Radgehäuse mit sächsischem Rautenschild verfügt die Prunkwaffe auch über einen gravierten Hahn mit Engelskopf. Doch den Blick ziehen vor allem die gravierten Elfenbeinintarsien auf sich. Sie sind als Laubwerk angelegt, das mit Vögeln belebt ist. Die Vorlagen dafür stammen von Virgil Solis (1614-1562), einem Nürnberger Kupferstecher. Technische Präzision und filigrane Gestaltung kennzeichnen das Meisterstück der Büchsenmacherkunst. Kein Wunder, dass in der Waffe ein lukratives Verkaufsobjekt erkannt wurde, doch ein mutiger Einspruch des Staatlichen Museums Heidecksburg bewirkte 1988 die Rückführung aus dem Staatlichen Kunsthandel der DDR.
Hof und Herrschaft
Thüringer Landesmuseum Heidecksburg
Rudolstadt
1766-1770
Hoftafelservice der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt
Das Speisegeschirr gehört zu den frühesten Porzellanen der Volkstedter Manufaktur und gilt als das älteste aus Thüringen. Fürst Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt (1721-1767) gab das Service in seiner Manufaktur in Auftrag. Die Idee für die Formgebung geht wahrscheinlich auf den Rudolstädter Modellmeister Karl Adolf Kändler (gest. 1762), ein Bruder des berühmten Meißener Porzellanmodelleurs, zurück. Plastische Delfinköpfe, Blüten und Früchte zieren neben handgemalten Blumen, Wappen und den plastischen Gitterbändern die insgesamt 100 Teile. Bis in das 19. Jahrhundert blieben in der Manufaktur die Formen des Hoftafelservices für Nachbestellungen verfügbar. Die blaue Unterglasurmarke aus zwei gekreuzten Gabeln ähnelt nicht ohne Grund den Meißner Schwertern – wurde doch in Volkstedt bald ebenso erfolgreich wie in Sachsen das weiße Gold hergestellt.
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