Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


Treten sie ein!


Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

Sakrales und Profanes
Städtische Museen Jena
Jena
1385-1390
Pietà
Die Jenaer Pietà gehört dem sogenannten Schönen Stil an, der sich Ende des 14. Jahrhunderts herausbildete. Solche Vesper-Bilder dienten besonders während des vorabendlichen Stundengebets (lat. vespera = Abend) den Gläubigen zur individuellen Andacht. Die auf Nahsicht gearbeiteten Bildwerke förderten die Innigkeit des Gebets durch eine besondere, Mitleid erregende Anschaulichkeit, die durch die farbige Fassung noch gesteigert wurde. Die herausragende Qualität der Jenaer Pietà ließ früh die Frage nach der Herkunft aufkommen. Obgleich bis heute durch naturwissenschaftliche Analysen noch nicht untermauert, verweisen stilistische Vergleiche auf Prag und die Steinmetzen der von Peter Parler (gest. 1399) geleiteten Dombauhütte. Auftraggeber war möglicherweise das örtliche Adelsgeschlecht von Butenitz (Beutnitz), das Verbindungen nach Prag besaß und mehrere Altarstiftungen in der Jenaer Pfarrkirche St. Michael tätigte.
Erinnern und Gedenken
Städtische Museen Jena
Jena
2014
Denkmal für die Blaue Blume
Moritz Götze (geb. 1964 in Halle) malt, radiert, brennt Emaillen, gestaltet Bühnenbilder, engagiert sich in der Denkmalpflege. Zur Zeit stattet er eine Kirche mit wandfüllenden Emaillekompositionen aus. Er liebt Geschichte(n). So auch die der Blauen Blume, die zum Symbol der frühen romantischen Bewegung geworden ist. Und was wäre die Kunst heute ohne die Motive der Romantik, ihr Eindringen in die Psyche des Menschen und ihre Suche nach dem Wesen hinter den Dingen. Ab 1794 sammelte sich in Jena ein Kreis von jungen Dichtern, Literaturkritikern und Philosophen, der einen ästhetischen Aufbruch wagte. Kontakt zur „Jenaer Gelehrtenrepublik“ hatte auch Novalis, dessen Geist das literarische Motiv der „Blauen Blume“ entsprang. Moritz Götze versenkte sich mit seiner Arbeit in dieses Ereignis und setze dem damaligen Aufbruch mit seinem Bild ein Denkmal. Wo wäre es besser aufgehoben als im Jenaer Romantikerhaus?
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