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Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


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Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

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Orte und Menschen
Lindenau-Museum Altenburg
Altenburg
1974
Das sind die Wege wurzelentlang
Gerhard Ströch (1926-1989) war einer der wichtigsten deutschen Künstler im 20. Jahrhundert. Doch unter diesem Namen kennt ihn kaum jemand. Verwurzelt in seiner Heimat gab er sich Mitte der 1950er-Jahre den Nachnamen Altenbourg als Verweis auf die Stadt, in der er fast sein ganzes Leben verbrachte. Auf Spaziergängen bei Tage und in der Nacht zur geliebten Altenburger Hellwiese fühlte er sich eins mit der Natur, mit der Landschaft, in der er lebte. Der Holzschnitt gibt ober- und unterirdisch einige der Thüringischen Gegenden wieder, die er durchstreifte und aus denen er Kraft schöpfte. Filigran geschwungene Linien, zwischen denen Bäume aufragen, markieren Wege, Wurzeln, Sedimente, Hügel – oder auch Maulwurfgänge? Getragen von seiner Einbettung im Heimischen sprechen Altenbourgs Bilder eine Weltsprache, in der Himmel und Erde, Antike und fernöstliche Philosophie zusammenfinden.
Sakrales und Profanes
Lindenau-Museum Altenburg
Altenburg
um 1470
Anbetung der Heiligen Drei Könige
Unter den 180 italienischen Bildtafeln des Lindenau-Museums befindet sich auch Michele di Michele Ciampantis (nachweisbar 1463–1511) „Anbetung“. Im Florenz der Medici liebte man die Geschichte um die drei Weisen aus dem Morgenland, da sie Gelegenheit für die Darstellung prunkvoll ausstaffierter exotischer Motive bot. So gleicht der biblische Stall der Geburt eher einer Prachtarchitektur, und die Anbetungsszene gehört zum Aufmarsch eines ganzen Hofstaates. Der Renaissance-Maler hat sich bis in Details am Strozzi-Altar Gentile da Fabrianos orientiert (1423, Uffizien). Doch es gibt auch Änderungen. Am auffälligsten sind die reich behangenen Granatapfelbäume, deren exotische Früchte als christliche Symbole beispielsweise für die Gnadenfülle Gottes stehen. Doch ein für den Nahen Osten typisches Motiv übernahm Ciampanti sonderbarerweise nicht: Das Kamel des Strozzi-Altars wurde durch ein Pferd ersetzt.
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