Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


Treten sie ein!


Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

Innovation und Technik
Technisches Museum Gesenkschmiede Zella-Mehlis
Zella-Mehlis
1867
Brettfallhammer
Im Zuge der Industrialisierung wuchs der Bedarf an geschmiedeten Eisen- und Stahlteilen. Allerdings war das Schmieden von Hand oder in Hammerwerken hinsichtlich Kosten und Genauigkeit nicht mehr zeitgemäß. Die Lösung brachten Fallhämmer, bei denen der „Bär“, der bewegliche Hammerkopf, senkrecht auf den Amboss bzw. das Werkstück fiel. Zunächst manuell mit Riemenzug über eine Rolle zu hebende Fallhämmer wurden bald durch mechanisch getriebene ersetzt. Grundlegend dafür war ein Patent, das 1861 der amerikanischen Firma Golding & Cheney erteilt wurde. Der bewegliche „Bär“ wurde mit einem zwischen zwei Walzen senkrecht laufenden Hartholzbrett gehoben. Nach Erreichen einer einstellbaren Fallhöhe wurde eine der beiden Walzen vom Brett gehoben und löste damit den Hammerschlag aus. Der Hammerkopf fiel also samt Brett. In Zella-Mehlis ist der älteste Brettfallhammer in Deutschland erhalten.
Innovation und Technik
Stadtmuseum in der Beschußanstalt
Zella-Mehlis
1925
Chassis eines Ehrhardt-Automobils
Die Geschichte des Automobilbaus in Zella-Mehlis ist mit dem Namen Ehrhardt verbunden. Vater Heinrich (1840-1928) hatte schon das Eisenacher Fahrzeugwerk mitbegründet, bevor er dann gemeinsam mit dem Sohn Gustav (1868-1945) in seiner Heimatstadt die Ehrhardt Automobil AG ins Leben rief. Das Unternehmen spezialisierte sich auf die Herstellung von großräumigen Wagen der Luxusklasse, die als „Kaiser-Automobile“ geführt wurden. 1922 übernahm der Berliner Karosseriebauer Szawe die Aktienmehrheit, ging aber schon 1924 bankrott. Die anschließend von den Ehrhardts gegründete Pluto Automobilfabrik existierte noch bis 1927. Bei dem erhaltenen Chassis handelt es sich wahrscheinlich um eines der letzten, das in Zella-Mehlis gefertigt wurde. Der 6-Zylinder-Motor erzeugte 60 PS – stark genug, um dieses Chassis 1932 zu einem Kleinomnibus für 16 Fahrgäste umzubauen.
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