Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


Treten sie ein!


Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

Hof und Herrschaft
Thüringer Landesmuseum Heidecksburg
Rudolstadt
1766-1770
Hoftafelservice der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt
Das Speisegeschirr gehört zu den frühesten Porzellanen der Volkstedter Manufaktur und gilt als das älteste aus Thüringen. Fürst Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt (1721-1767) gab das Service in seiner Manufaktur in Auftrag. Die Idee für die Formgebung geht wahrscheinlich auf den Rudolstädter Modellmeister Karl Adolf Kändler (gest. 1762), ein Bruder des berühmten Meißener Porzellanmodelleurs, zurück. Plastische Delfinköpfe, Blüten und Früchte zieren neben handgemalten Blumen, Wappen und den plastischen Gitterbändern die insgesamt 100 Teile. Bis in das 19. Jahrhundert blieben in der Manufaktur die Formen des Hoftafelservices für Nachbestellungen verfügbar. Die blaue Unterglasurmarke aus zwei gekreuzten Gabeln ähnelt nicht ohne Grund den Meißner Schwertern – wurde doch in Volkstedt bald ebenso erfolgreich wie in Sachsen das weiße Gold hergestellt.
Nah und Fern
Schillerhaus
Rudolstadt
um 1800
Tischglobus der Caroline von Wolzogen
Dass die Schwägerin Schillers einen kleinen Tischglobus besaß, verwundert nicht. Obgleich sie selbst nie Auslandsreisen unternehmen konnte, hatte Caroline von Wolzogen (geb. von Lengefeld, 1763-1847) nicht nur durch ihre Sprachkenntnisse einen „weltläufigeren“ Bildungshorizont, sondern auch durch ihre Ehen. Ihr erster Ehemann, Friedrich von Beulwitz, traf mehrmals in diplomatischer Mission auf Napoleon. Ihr zweiter Gatte, Wilhelm von Wolzogen, hatte in Paris den Sturm auf die Bastille erlebt und handelte in Sankt Petersburg die Heirat der Zarentochter Maria Pawlowna mit dem Weimarer Erbprinzen aus. Obgleich die Kartografie noch so manchen weißen Fleck aufwies und die Welt auf den erschwinglichen Tischgloben meist nur in Schwarzweiß-Drucken aufgeklebt wurde – für die gebildete Eigentümerin dürfte der Globus nicht nur ein Ziergegenstand gewesen sein.
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