Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


Treten sie ein!


Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

Kostbarkeiten und Kuriositäten
Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei
Nordhausen
1945-1949, Nachkriegsjahre
Schmuggelbehälter
Der gewölbte Blechbehälter wurde wahrscheinlich kurz nach dem 2. Weltkrieg zusammengeschweißt. Oben befinden sich zwei Ösen und eine verkorkbare Öffnung. Damit konnte der Behälter an einer Schnur um den Hals gehängt und bäuchlings unter der Kleidung versteckt werden. Es handelt sich um ein Gefäß zum Schmuggeln von Schnaps. Nordhausen lag in der Nähe der Zonengrenze, und der traditionell am Ort hergestellte Hochprozentige ließ sich trotz aller Verbote in der nahen Westzone gut gegen begehrte Waren – vor allem Lebensmittel und West-Zigaretten – tauschen. Material und Verwendung verkörpern die Nordhäuser Kriegs- und Nachkriegszeit in ein und demselben Exponat, denn das Blech stammte aus der V2-Raketenfertigung, für die im nahe gelegenen KZ Mittelbau-Dora über 12.000 Häftlinge starben.
Innovation und Technik
IFA-Museum Nordhausen
Nordhausen
1952
Radschlepper RS 01/40 „Pionier“
Nach der Bodenreform 1945 fehlten im Osten Maschinen und Tranportmittel in der Landwirtschaft. Regierung und sowjetische Militäradministration forderten den Bau leistungsfähiger Ackerschlepper. In den Horch-Werken Zwickau nutzte man eine Lizenz der FAMO Werke Besslau zur Entwicklung des Radschleppers RS 01/40. Man gab ihm den bezeichnenden Namen „Pionier“. Das erste Fahrzeug lief am 21. Mai 1949 in Zwickau vom Band. Diese Traktoren bildeten die Ausrüstungsbasis der Maschinenausleihstationen. Mit der Neuorientierung des Fahrzeugbaus der DDR wurde die Fertigung in das Schlepperwerk Nordhausen verlagert. Hier hatte man seit 1937 mit dem Bau von Traktoren Erfahrungen gesammelt. Das Zwickauer Modell wurde in Nordhausen zum RS 01/40-II „Typ Harz“ weiterentwickelt. Bis 1958 liefen über 22.000 Stück vom Band. Der „Pionier“ ist heute einer der beliebtesten Oldtimertraktoren.
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