Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


Treten sie ein!


Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

Geschichten und Legenden
Meininger Museen
Meiningen
1909 - 1910
Bühnenbild „Antike Säulenhalle“ für Shakespears „Ein Sommernachtstraum“
Unter den 275 Bühnendekorationen der in Europa einzigen Sammlung illusionistischer Theatermalerei bildet die zur Aufführung des „Sommernachtstraums“ eine der beeindruckendsten. Sie stammt aus dem Coburger Theatermaleratelier der Gebrüder Brückner. Naturgetreu im Detail, sicher in den Perspektiven, meisterlich in der Farb- und Lichtwirkung machte allein diese Bühnenausstattung den Theaterbesuch zum Erlebnis. Nach dem Brand des Theaters von 1908 sollte mit dem Lieblingsstück des Theaterherzogs die Wiedereröffnung erfolgen. Doch für die Dekorationen des Schlussaktes fehlte noch die entscheidende Idee, weswegen die Premiere um über zwei Monate verschoben werden musste. Den rettenden Einfall, die Szene in eine antike Säulenhalle zu verlegen, hatte schließlich eine ehemalige Schauspielerin – Georgs Gattin, Helene Freifrau von Heldburg.
Geschichten und Legenden
Meininger Museen
Meiningen
1889
Tafelaufsatz „Zlatorog“
„Dieser Liebeskind ... hat mir bis heute weder Honorar noch Exemplare geschickt und ich fürchte, dass mir nichts weiter überbleibt, als den Menschen zu verklagen.“ Mit diesen Worten beschwerte sich 1879 der Meininger Dichter Rudolf Baumbach (1840-1905) über seinen Leipziger Verleger. Schon im Jahr zuvor waren seine „Lieder eines fahrenden Gesellen“ erschienen. Dabei hatte Baumbach bereits internationale Bekanntheit mit der Alpensage „Zlatorog“ erlangt. Diese brachte dem Verleger ein Vermögen ein, doch erst zur 50. Auflage 1889 zeigte sich dieser spendabel: Er übersandte seinem Bestseller-Autor den eigens gefertigten Tafelaufsatz. Dieser zeigt Motive und Personen aus dem Erfolgsepos und – wohl als Gleichnis für den Umsatzerfolg – jenes sagenhafte Gamshorn, das den Zutritt zu einem Schatzberg ermöglicht. Bekannter bei uns ist jedoch ein anderes Werk Baumbachs, das zum Kanon fast jeder Liedertafel gehört: „Hoch auf dem gelben Wagen“.
Geschichten und Legenden
Meininger Museen
Meiningen
um 1875
Klarinetten-Paar
Richard Mühlfeld stammte aus Bad Salzungen. Er begann seine Musikerlaufbahn zunächst als Geiger in der Meininger Hofkapelle. Als Autodidakt eignete er sich zudem die Klarinette an, und dies so gut, dass er nicht nur mit diesem Instrument im Meininger Orchester eingesetzt wurde, sondern auch den Ruf an das Bayreuther Opernhaus erhielt, um hier 1876 zur Eröffnung Wagners „Ring“ zu spielen. Ab 1884 war er zwölf Jahre in Folge der Soloklarinettist des Bayreuther Festspielorchesters. Während er hier unter namhaften Dirigenten seine Instrumente zum Klingen brachte, war es doch Meiningen, wo Mühlfeld seinen Ruf als einer der bedeutendsten Klarinettisten der Zeit erlangte. Grundlage hierfür war die 1891 einsetzende Zusammenarbeit mit Johannes Brahms, die in vier Kompositionen mündete, die Brahms dem Klarinettisten - seiner „Nachtigall des Orchesters“ - widmete und mit denen beide auf umjubelte Konzertreisen gingen. Mühlfelds Klarinetten wurden dadurch so berühmt, dass es mehrfach Nachbauten gab.
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