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Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


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Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

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Orte und Menschen
Literaturmuseum „Theodor Storm“
Heilbad Heiligenstadt
1861
Bildnis Theodor Storm, sitzend
So klein und doch der größte Schatz des Museums: eine Zeichnung von Ludwig Pietsch (1824-1911) aus dem Jahr 1861, die Theodor Storm lesend auf einer Bank in Heiligenstadt zeigt. Storm fügte persönlich eine Gedichtzeile Eduard Mörikes ein: „Denn du bist ja der sichere Mann mit den wackeren Stiefeln.“ Storm erinnerte sich 1875 in einem Brief an die Begegnung: „Weißt Du noch – hinten in der kleinen Gaststube an dem langen Korridor; die Sonne schien herein, wir tranken Kaffee; Du zeichnetest; ich las Mörikes ‚Idylle am Bodensee‘ vor.“ Wie kaum ein anderes Exponat bringt die Zeichnung Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts mit Heiligenstadt zusammen. Der Brief erklärt den Autografen des Dichters und das fein gezeichnete Bildnis stammt nicht nur von einem begabten Künstler, sondern zugleich auch von einem der bekanntesten Feuilletonisten der Zeit.
Sakrales und Profanes
Eichsfeldmuseum Heilbad Heiligenstadt
Heilbad Heiligenstadt
1606
Reliquienschrein
Nach der Reformation förderte der Jesuitenorden auch im Eichsfeld sinnliche Formen der Glaubensvermittlung. Neben glanzvollen Prozessionen, opulenten Theateraufführungen oder öffentlichen Selbstkasteiungen wurden Artefakte der Kirchenausstattungen durch reizvolle Gestaltungen in neuer Weise ansprechend gemacht. Ein Jesuitenbruder war es auch, der den überkommenen Reliquienschrein der Heiligenstädter Marienkirche mit verschiedenfarbigen Stoffen, Perlen- und Brokatstickereien ausstattete und damit der Sammlung von Knochen- und Schädelreliquien eine neue Ausstrahlung verlieh. Wie bei einem Altar dienten die Flügel dem Öffnen und Schließen des Schreins, wobei der Anblick auf bestimmte Tage beschränkt wurde. Ist die Öffnung schon als besonderes Zeremoniell vorstellbar, so musste allein vom seltenen Anblick eine besondere Aura ausgehen.
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