Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


Treten sie ein!


Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

Kostbarkeiten und Kuriositäten
Stiftung Schloß Friedenstein Gotha: Historisches Museum
Gotha
um 1795
Glasharmonika
Die Erfindung der Glasharmonika wird keinem geringeren als Benjamin Franklin (1706-1790) für das Jahr 1762 zugeschrieben. Die unterschiedlich großen Glasschalen wurden auf einer Achse montiert und über ein Pedal in Rotation versetzt. Man fuhr mit den befeuchteten Fingern über die Schalenränder und erzeugte dabei lang gezogene Töne. Die ersten Instrumente wurden nach einer von Franklin verfassten Bauanleitung gefertigt. Zu den bekannten Herstellern gehörten die Werkstätten Pohl in Böhmen und August Heinrich Wenck (Wenk, 1753-1814) in Brüheim bei Gotha. Diese perfektionierten das Instrument in Form und Klang. Ab etwa 1830 wurde Glasharmonikas allerdings kaum noch gespielt – wegen ihres durchdringenden, sphärischen Klangs wurde sie als nervenschädigend für Spieler und Zuhörer empfunden. Heute sind erhaltene Instrumente seltene Raritäten.
Kostbarkeiten und Kuriositäten
Stiftung Schloß Friedenstein Gotha: Schloßmuseum
Gotha
um 1725
Gothaer Elefant
Zu einer Zeit, in der es nur wenigen Europäern vergönnt war, einen lebenden Elefanten mit eigenen Augen bestaunen zu können, entwarf der italienische Bildhauer und Architekt Gian Lorenzo Bernini (1598-1680) eine große Skulptur, die 1667 auf der Piazza della Minerva in Rom aufgestellt wurde. Ein Jahrmarktselefant stand ihm dabei Modell. Nachfolgende Künstlergenerationen nutzten Berninis steinernen Dickhäuter als Vorbild für eigene Werke – auch der berühmten Dresdner Hofgoldschmied Johann Melchior Dinglinger (1665-1731) bei seinen Elefanten im „Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb“ von 1709. Das Miniaturensemble befindet sich heute im Grünen Gewölbe. Der Gothaer Elefant kommt dem großen Vorbild in Rom am nächsten. Er wurde einige Jahre später nochmals in der gleichen Form in Silber gegossen, zum Teil vergoldet und mit Edelsteinen besetzt.
Mensch und Tier
Stiftung Schloß Friedenstein Gotha: Museum der Nat
Gotha
Fossilien des Seymouria sanjuanensis
Eine der interessantesten Versteinerungen vergangenen Lebens ist das „Tambacher Liebespaar“. Dieser Name bezieht sich auf das berühmte Gemälde „Gothaer Liebespaar“, weil sich bei diesem Fossil gleich zwei Skelette der Tierart Seymouria sanjuanensis eng aneinander liegend erhalten haben. Diese Amphibien lebten vor 290 Millionen Jahren und sind vermutlich während einer Überschwemmung umgekommen. Die Körper blieben eher zufällig, vielleicht durch Wasserströmungen getrieben, an der gleichen Stelle liegen und wurden schnell von frischem Schlamm zugedeckt. Die Skelette stammen aus einer der bedeutendsten archäologischen Fundstätten Thüringens, die auch internationale Bedeutung hat. Da Funde derselben Art auch aus Nordamerika bekannt sind, gilt diese Entdeckung als ein Beweis dafür, dass Europa und Nordamerika damals miteinander verbunden waren.
0%