Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


Treten sie ein!


Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

Kostbarkeiten und Kuriositäten
Bachhaus Eisenach
Eisenach
um 1735
Bach-Pokal
Seit seiner Entdeckung 1935 versuchen Fachleute, die Symbolik des Bach-Pokals zu entschlüsseln. Auf der Vorderseite ist ein Spiegelmonogramm mit den Buchstaben J, S und B eingeschliffen – ein Spiel mit den Initialen von Bachs Namen. Die Buchstabenenden laufen in 14 Punkten aus. 14 ist die „Bach-Zahl“, denn nach dem natürlichen Zahlenalphabet (A=1, B=2, usw.) ist B+A+C+H gleich 2+1+3+8 gleich 14. Auf der Rückseite steht ein Gedicht mit ausgeklügelten Notenzeilen, die das barocke Spiel mit Symmetrien, Spiegelungen und Umkehrungen verraten. Das „Bach-Motiv“ erscheint, Bachs Name in Noten. Versteckt kehrt auch die Bach-Zahl wieder. Doch wer könnte dem Komponisten ein solches Geschenk gemacht haben? Vielleicht Bachs Schüler Johann Tobias und Johann Ludwig Krebs – denn in den Noten und Numerologien sind mehrmals Umkehrungen enthalten, also musikalische „Krebse“.
Geschichten und Legenden
Wartburg Stiftung Eisenach
Eisenach
1858
Minnesängerschrank
Im Sängersaal der Wartburg lassen nicht nur Moritz von Schwinds berühmtes Sängerkriegsfresko und die Ausmalung der Sängerlaube die Blütezeit mittelhochdeutscher Dicht- und Sangeskunst wieder auferstehen, auch ein repräsentativer Schrank ist ganz diesem Thema gewidmet. Entworfen von Hugo von Ritgen (1811-1889), reich beschnitzt von Friedrich Hrdina (1829-1911) und im Stil mittelalterlicher Tafelbilder von Rudolf Hofmann (1820-1882) bemalt, zählt der „Minnesängerschrank“ zu den Meisterwerken historistischer Möbelkunst in Europa. Die Szenen zu Wolfram von Eschenbachs „Parzvial“, Gottfried von Straßburgs „Tristan“ und dem Nibelungenlied in den oberen Türfeldern verweisen zugleich auf seine Bestimmung: Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach verwahrte hier bedeutende Ausgaben mittelhochdeutscher Dichtungen.
Erinnern und Gedenken
Lutherhaus Eisenach
Eisenach
nach 1545
Martin Luther im Tode
Martin Luther starb am 18. Februar 1546 in seiner Geburtsstadt Eisleben, in die er gereist war, um eine Auseinandersetzung zwischen den Grafen von Mansfeld zu schlichten. Um zu belegen, dass der Reformator sanft und friedlich entschlafen war, verfassten Luthers Begleiter nicht nur einen ausführlichen Bericht über die Umstände seines Todes, sondern ließen auch das Aussehen des Toten festhalten. Da Lucas Cranach d. J. (1515-1586), der alle offiziellen Lutherporträts schuf, mehrere Tage gebraucht hätte, um von Wittenberg nach Eisleben zu gelangen, bat man den in Halle (Saale) ansässigen Künstler Lucas Furtenagel (1505-vor 1563), den Reformator auf dem Totenbett zeichnen. Cranach und seine Wittenberger Werkstatt verwendeten dessen Skizze, um ein offizielles Totenbild zu malen, das in verschiedenen Fassungen weite Verbreitung fand.
0%