Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


Treten sie ein!


Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

Sakrales und Profanes
Panorama Museum Bad Frankenhausen
Bad Frankenhausen
1978
Ende der Narrengerichtsbarkeit
Mehr als elf Jahre, von 1976 bis 1987, hat Werner Tübke (1929-2004) an seinem monumentalen Panorama zur Geschichte von Reformation und Bauernkrieg gearbeitet. Im Umfeld dazu entstand 1978 auch dieses Tafelbild. Narrengerichte waren Teil der Fastnachtsbräuche. Als satirische Form der Volksjustiz boten sie die Möglichkeit, ungestraft manche Wahrheit zu sagen und Missstände öffentlich anzuprangern. Friedrich Wolf sah darin gar den Auftakt zur Erhebung des „Armen Konrad“ (1514). Tübke inszenierte sein Narrengericht gleich einem Mysterienspiel als altmeisterliches Bühnenstück. Vor der Kulisse des Monte Rosa mit der römischen Brücke am Eingang des Aostatals steht der Künstler, Opfer von Falschheit und Intrige, als Narrenvogt am Kreuz, während einem erleuchteten Märtyrer der Aufstand verkündigt wird.
Sakrales und Profanes
Regionalmuseum Bad Frankenhausen
Bad Frankenhausen
-5400 - -1800
Tonrassel
Das neolithische Fundstück aus dem Kyffhäuserkreis gilt als die älteste Tonrassel Mitteleuropas. Die Fachbezeichnung „Keramophon“ verweist auf die Klangerzeugung mittels gebranntem Ton. Doch diese Eigenschaft ist dem becherförmigen Gefäß nicht gleich anzusehen. Der hohle Standfuß beinhaltet vier Kiesel, die beim Schütteln ein spezifisches Geräusch erzeugen. Dabei dient die gewölbte Becherwand als verstärkender Resonanzkörper. Der bandkeramische Töpfer verstand sein Handwerk, denn es bedurfte einiger Erfahrung, die Kiesel in den noch rohen Ton so einzulegen, dass sie beim Brennen nicht „anbacken“. Doch wozu die besondere Ausstattung? Handelte es sich um ein besonderes Trinkgefäß, das die Geräuschkulisse zum Gelage lieferte? Wohl kaum. Experten sehen darin ein Musikinstrument – etwa zu rituellem Gebrauch.
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