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Das Digitale Landesmuseum Thüringen

100 Objekte. 100 Museen = 100 Geschichten


100 Museen haben mit ungewöhnlichen, berühmten oder wertvollen Stücken aus ihren Sammlungen diese erste virtuelle Ausstellung möglich gemacht. Jedes dieser Objekte hat etwas ganz Besonderes zu erzählen. Alle zusammen zeigen 400 Millionen Jahre Geschichte - aus, mit und über Thüringen und auch über die Landesgrenzen hinaus. Das Digitale Landesmuseum Thüringen ist ein neues Format für alle, die sich für Thüringen und seine Museen interessieren: Hier können Sie sich überraschen lassen! Sie können Unerwartetes entdecken oder guten Bekannten wieder begegnen. Wir möchten Sie inspirieren, auch die realen Objekte in den Thüringer Museen zu besuchen und dort noch viele andere kennenzulernen. Denn im Museum begegnet man Geschichte und Geschichten.


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Ihr Museumsverband Thüringen e.V.

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Hof und Herrschaft
Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg
Altenburg
1712
Prunkuhr
Über allem steht der absolute Herrscher – Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1676-1732), dessen Büste die kostbare Augsburger Uhr krönt. Die Altenburger Landesstände sowie die Städte Altenburg, Eisenberg und Saalfeld hatten sie beim Silberschmied Georg Sigmund Kohler (1666-1716) in Auftrag gegeben. Das Uhrwerk mit 24-Stundenblatt, Datumsanzeige und Musikspielwerk auf Silberglocken stammt von Jacob Mayr (1648-1714). Überreicht wurde das kostbare Geschenk nach dem Landtag des Jahres 1712. Auf den Landtagen dieser Jahre herrschte selten eitel Sonnenschein. Eine 1703 verfügte Kopfsteuer und die hohen Aufwendungen für das im Ausland eingesetzte Militär bedrückten die Stände. So stellt die Uhr nicht allein ein Zeugnis barocker Huldigung dar, sondern auch einen Appell, mit (mehr) Liebe und Klugheit zu regieren. Dafür stehen die allegorischen Silberfiguren zu beiden Seiten des Giebels.
Orte und Menschen
Lindenau-Museum Altenburg
Altenburg
1974
Das sind die Wege wurzelentlang
Gerhard Ströch (1926-1989) war einer der wichtigsten deutschen Künstler im 20. Jahrhundert. Doch unter diesem Namen kennt ihn kaum jemand. Verwurzelt in seiner Heimat gab er sich Mitte der 1950er-Jahre den Nachnamen Altenbourg als Verweis auf die Stadt, in der er fast sein ganzes Leben verbrachte. Auf Spaziergängen bei Tage und in der Nacht zur geliebten Altenburger Hellwiese fühlte er sich eins mit der Natur, mit der Landschaft, in der er lebte. Der Holzschnitt gibt ober- und unterirdisch einige der Thüringischen Gegenden wieder, die er durchstreifte und aus denen er Kraft schöpfte. Filigran geschwungene Linien, zwischen denen Bäume aufragen, markieren Wege, Wurzeln, Sedimente, Hügel – oder auch Maulwurfgänge? Getragen von seiner Einbettung im Heimischen sprechen Altenbourgs Bilder eine Weltsprache, in der Himmel und Erde, Antike und fernöstliche Philosophie zusammenfinden.
Mensch und Tier
Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg
Altenburg
um 1843
Präparate australischer Vögel
Während es Christian Ludwig Brehm die heimische Vogelwelt angetan hatte, beschaffte sich die Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg Präparate vom anderen Ende der Welt – aus Australien. Dafür gewann man mit Christian Gottlob Teichelmann (1807-1888) und Clamor Wilhelm Schürmann (1815-1893) zwei Missionare, denen man in Dresden die Ordination verweigert hatte. Herzogliche Beamte konnten jedoch die Ordination in Altenburg bewirken, so dass beide 1838 nach Australien zogen, nicht ohne zuvor von Altenburger Naturforschern darin geschult zu sein, wie man Vögel ab balgt und deren Häute für eine lange Reise haltbar macht. Die beiden Missionare erwiesen sich dankbar: 1843 erreichte Altenburg eine große Anzahl von Sammlungsgegenständen, darunter Präparate von 336 Vögeln, mehreren Säugetieren, Reptilien und Insekten.
Sakrales und Profanes
Lindenau-Museum Altenburg
Altenburg
um 1470
Anbetung der Heiligen Drei Könige
Unter den 180 italienischen Bildtafeln des Lindenau-Museums befindet sich auch Michele di Michele Ciampantis (nachweisbar 1463–1511) „Anbetung“. Im Florenz der Medici liebte man die Geschichte um die drei Weisen aus dem Morgenland, da sie Gelegenheit für die Darstellung prunkvoll ausstaffierter exotischer Motive bot. So gleicht der biblische Stall der Geburt eher einer Prachtarchitektur, und die Anbetungsszene gehört zum Aufmarsch eines ganzen Hofstaates. Der Renaissance-Maler hat sich bis in Details am Strozzi-Altar Gentile da Fabrianos orientiert (1423, Uffizien). Doch es gibt auch Änderungen. Am auffälligsten sind die reich behangenen Granatapfelbäume, deren exotische Früchte als christliche Symbole beispielsweise für die Gnadenfülle Gottes stehen. Doch ein für den Nahen Osten typisches Motiv übernahm Ciampanti sonderbarerweise nicht: Das Kamel des Strozzi-Altars wurde durch ein Pferd ersetzt.
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